Obwohl dieses Gebiet, das zwischen den Gemeinden Villafranca, Castelnuovo, Valeggio sul Mincio, Sona und Bussolengo eingefasst liegt, zum Gardasee-Bezirk gehört, unterscheidet es sich in geschichtlicher und kultureller Hinsicht sehr von den übrigen Seeortschaften. Die Landschaft ist von einem ununterbrochenen Auf-und-Ab sanft geschwungener Moränenhügel geprägt, die diese Gegend besonders geeignet für den Weinbau machen: nicht umsonst befinden wir uns auf Custoza-Gebiet.
Eine weitere große Ressource des Gebietes ist der Pfirsichanbau: hier konzentriert sich die Produktion von Pfirsichen und Nektarinen der Provinz Verona.
In geschichtlicher und architektonischer Hinsicht hat dieses Gebiet unzählige Zeugnisse zu bieten, da es die Kulisse zu den Risorgimento-Schlachten abgab. Villafranca, eines der befestigten Orte des österreichischen Vierecks, wurde schließlich sogar zur Hauptstadt des italienischen Risorgimento ernannt.
Zweifelsohne ist Villafranca der wichtigste Ort: über ihn thront das Scaligerschloss aus dem XIV. Jh., dessen Hauptturm auf einer monumentalen römischen Inschrift aus dem I. Jh. n. Chr. während der Ära des Kaisers Tiberius errichtet wurde. Das Städtchen hat sich eine Vielzahl an Zeugnissen ihrer Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte von der Zeit der alten Römer bis zur Scaliger-Herrschaft, von der prunkvollen Ära der Serenissima bis zum aufblühenden Impuls des Rinascimento,l bewahrt.
Ein weiterer wichtiger Kreuzungspunkt der Geschichte ist Valeggio sul Mincio, um das sich Scaliger und Gonzaga schon immer gestritten haben. Die Entstehung des Ortskerns reicht auf die Langobardenzeit zurück (VIII. Jh. n. Chr.), während die ersten menschlichen Siedlungen im Mincio-Tal auf die Bronzezeit zu datieren sind (1500 v.Chr.), als Bevölkerungen venetischen (oder rätischen) Ursprungs ein Pfahlbautendorf mitten im Fluss in der Nähe des jetzigen Borghetto errichteten.
Zwei Monumente beherrschen die Landschaft und scheinen sich eine Art Wettstreit um die schönste Architektur zu liefern: die Scaliger-Burg und die Visconteo-Brücke in Borghetto, einer herrlichen mittelalterlichen Ortschaft an den Ufern des Mincio. Jedes Jahr feiert man im Juni in Valeggio den Tortellino, ein typisches Produkt und der ganze Stolz des Gebietes. Zu diesem Anlass begeht man das “Fest des Liebesknotens” mit einer unendlich langen Festtafel, die von Borghetto ausgehend über die ganze Visconteo-Brücke hinweg aufgestellt wird. Ein Bankett, an dem sich alle die renommierten Tortellini schmecken lassen können.
Im Zeitraum zwischen 1405 und 1797 gehörte Valeggio zur venetischen Herrschaft und verwandelte sich in ein blühendes Landwirtschaft-und Müllerei-Zentrum.
Zu den Sehenswürdigkeiten der Gegend zählt der Gartenpark Parco-Giardino Sigurtà mit seiner Ausdehnung von fünfzig Hektar. Er ist aus dem "brolo cinto de muro" (1617) der Villa Maffei (Werk des V. Pellesina, Schüler Palladios) heraus entstanden, die 1859 Hauptquartier Napoleons III. war.
In vierzigjähriger, hingebungsvoller Pflege hat Carlo Sigurtà, der ein jahrhundertealtes Wassernutzungsrecht geltend machte, das Wunder vollbracht und die trockene Hügelvegetation in eine blühende Landschaft verwandelt. Sein Enkel Enzo hat schließtlich einen Prototyp des Gartenparks verwirklicht.
Nach ihrer Eröffnung im Jahr 1978 wurde die Konservierung dieser ökologischen Anlage dem Respekt der Besucher anvertraut, die sie sogar als “Naturtempel” bezeichnen, weshalb sie heutzutage zu den fünf schönsten der Welt zählt. Auskünfte: Tel. ++39 045 6371033.